Juni 2026

Trockenheit bringt Schweizer Alpen in Bedrängnis

Die anhaltende Hitze und der Mangel an Niederschlägen verschärfen die Situation auf den Schweizer Alpen zusehends. Der Schweizerische alpwirtschaftliche Verband (SAV) warnt vor drohenden Engpässen bei Tränkewasser und Weidefutter und ruft die Betriebe zur raschen Planung von Notfallmassnahmen auf.

Der Sommer hat die Schweiz fest im Griff. Wegen der ohnehin geringen Schneedecke im Frühjahr und der aktuellen Hitzeperiode drohen auf vielen Alpen Engpässe bei der Wasser- und Futterversorgung. Davon besonders betroffen sind Gebiete im Jurabogen, im Berner Oberland sowie im Wallis.

Notfallmassnahmen rechtzeitig aufgleisen

Alpbetriebe, die für die Wasserversorgung auf Helikopterflüge angewiesen sind, sollten frühzeitig Kontakt mit der Alpberatung, der kantonalen SAV-Sektion oder der zuständigen Gemeinde aufnehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch die Armee Wasserversorgungsflüge im Rahmen der Katastrophenhilfe durchführen. Da hierfür jedoch diverse Abklärungen nötig sind, ist eine gewisse Vorlaufzeit zwingend einzuplanen.

Beitragskürzungen wegen höherer Gewalt vermeiden

Sollte sich abzeichnen, dass aufgrund des Wasser- oder Futtermangels die geforderten 75 Prozent der Normalstösse nicht erreicht werden können, gilt dies als höhere Gewalt. Der SAV empfiehlt in diesen Fällen, umgehend das Direktzahlungsamt des zuständigen Kantons zu kontaktieren und ein Gesuch einzureichen, um Beitragskürzungen zu vermeiden.

Solidarität unter den Betrieben gefragt

In einigen Regionen leiden die Ganzjahresbetriebe in den Tälern noch stärker unter der Trockenheit als die Alpen selbst. Der SAV ruft daher Alpen mit ausreichenden Reserven und freien Plätzen dazu auf, diese über die Viehvermittlungsplattform von zalp anzubieten und so den Talbetrieben Hand zu bieten.

Langfristige Sicherung der Wasserversorgung

Da auch traditionell niederschlagsreiche Gebiete zunehmend in Wassernot geraten, fordert der Verband die Alpbesitzer dringend auf, die Wasserinfrastruktur zukunftsorientiert zu überdenken. Eine verlässliche Datengrundlage, wie etwa die systematische Erhebung von Quellerträgen über mehrere Jahre hinweg, sei entscheidend, um sinnvolle Investitionen zu tätigen und Fehlinvestitionen zu vermeiden.

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