Das Projekt «PFLOPF» liefert zwei zentrale Erkenntnisse für Lohnunternehmen: Precision Farming ermöglicht eine Reduktion von Pflanzenschutzmitteln um 25 Prozent. Zudem stellte der Bund in Aussicht, künftig auch Lohnbetriebe finanziell zu fördern.






Mit dem Ressourcenprojekt «PFLOPF – Pflanzenschutzoptimierung mit Precision-Farming» ist es gelungen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um mindestens 25 % zu reduzieren – und zwar unter Praxisbedingungen.
Der Projektabschluss fand am 5. Mai 2026 auf dem Projektbetrieb von Lohnunternehmer Thomas Haller, R+M Haller in Birrhard (AG), statt, auf Flächen zusammen mit dem benachbarten Gemüsebetrieb von Thomas Käser in Birmenstorf (AG). Die Fachöffentlichkeit konnte dort im Rahmen eines Medienanlasses erleben, wie digitale Technologien, zum Beispiel betriebsindividuelle Pflanzenschutzprognosen, Section-Control sowie Hackgeräte und Spot-Spraying, in der Praxis funktionieren.
Insgesamt beteiligten sich 58 Acker‑, Gemüse‑, Obst- und Rebbaubetriebe, die auf rund 2000 ha verschiedene Precision-Farming-Technologien einsetzten. Beteiligt haben sich gesamthaft neun Lohnunternehmerbetriebe.
Zum Einsatz kamen unter anderem satellitenbasierte Lenksysteme, Teilbreiten- und Einzeldüsenschaltungen, sensorgesteuerte Ausbringung, Spot-Spraying, kameragesteuerte Hacktechnik, autonome Mulchroboter und Pflanzenschutzdrohnen.
Die Projektkosten beliefen sich auf rund 4,1 Mio. Fr. 45 % flossen direkt als Abgeltungen für die Umsetzung der Massnahmen an die Betriebe, weitere 33 % in Beratung, Wissenstransfer sowie die Unterstützung von Prognose- und Monitoringsystemen. Getragen wurde «PFLOPF» von den Kantonen Aargau, Thurgau und Zürich mit ihren landwirtschaftlichen Zentren Liebegg, Arenenberg und Strickhof; finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW).
Die beteiligten Betriebe berichten von deutlich spürbaren Einsparungen, etwa von bis zu 60 % Pflanzenschutzmittel weniger im ersten Spot-Spraying-Durchgang und 30 bis 40 % weniger bei der zweiten Überfahrt im Gemüsebau. Entscheidend für eine breite Akzeptanz in der Praxis sind gemäss Projektfazit eine ausreichende Reife der Technologien, einfache Handhabung und ein klar nachvollziehbares Kosten‑Nutzen‑Verhältnis.
Lohnunternehmer haben bereits seit einigen Jahren eine Schlüsselrolle in der Verbreitung von Precision-Farming übernommen. Die Anschaffung der dafür notwendigen Technologien ist mit hohen Kosten verbunden.
Das erste Ziel des Bundes bestand darin, die Wirkung im Projektgebiet festzuhalten. Konkret sollte untersucht werden, welche Massnahmen unter welchen Bedingungen funktionieren. Das zweite Ziel war herauszufinden, welche Massnahmen im betrieblichen Kontext praxistauglich sind.
Dr. Patrick Mouron, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Nachhaltiger Pflanzenschutz des Bundesamtes für Landwirtschaft, hielt fest: Für Einzelbetriebe sei der GPS-Einsatz – also eine präzise Satellitennavigation – die Voraussetzung für einen präzisen Pflanzenschutz. Für einen koordinierten Einsatz brauche es zudem ein Netz von Wetterstationen, um Pflanzenschutzmassnahmen regional optimal zu terminieren. Für die überbetriebliche Nutzung nannte er Hackgeräte mit Sensoren sowie Spot Spraying als Hauptanwendungsfelder von Lohnunternehmen.
Aus diesen Ergebnissen zieht Mouron folgenden Schluss: «Was bisher auf Stufe der Landwirtschaftsbetriebe mit Produktionssystembeiträgen gefördert wurde, wird weiterhin unterstützt. Neu sollen künftig auch Lohnunternehmen finanziell gefördert werden.» Wie dies konkret aussehen soll, konnte an diesem Nachmittag nicht beantwortet werden.
Text/Fotos: Kirsten Müller (kim)
Zu einem Youtube-Video über das Projekt geht es hier.
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