Der schrittweise Wegfall bewährter Pflanzenschutzmittel stellt die Schweizer Landwirtschaft vor grosse Probleme. Besonders der Kartoffelanbau ist betroffen: Ohne wirksame Fungizide drohen bei hohem Pilzdruck (Kraut- und Knollenfäule) massive Ertragseinbussen bis hin zum Totalausfall.

Landwirte gehen beim Kartoffelanbau mit dem Kauf von teurem Saatgut, Dünger und dem Einsatz von Maschinen in enorme Vorleistung. Das wirtschaftliche Risiko ist inzwischen so gross, dass die Erlöse im Schadensfall die hohen Kosten oft nicht mehr decken. Dies dämpft die Anbaubereitschaft spürbar.
Daraus ergeben sich Konsequenzen, die sich in die folgenden drei Kernprobleme zusammenfassen lassen:
Die Branche sucht fieberhaft nach praktikablen Lösungen, da absehbar ist, dass das rein chemische Pflanzenschutzsystem an seine Grenzen stösst. Gleichzeitig steigt durch den vermehrten Einsatz der wenigen verbleibenden Mittel das Risiko von Resistenzen.
Es fehlen jedoch oft wirksame und bezahlbare Alternativen. Die mechanische Unkrautbekämpfung mit Hackgeräten oder modernen Jätrobotern ist zwar ein vielversprechender Ansatz, bedeutet jedoch einen deutlich höheren Arbeitsaufwand und führt durch die vermehrten Überfahrten zu einem höheren CO2-Ausstoss. Biologische Bekämpfungsmethoden, wie etwa der Einsatz des Pilzes Metarhizium gegen Drahtwürmer bei Kartoffeln, erreichen in der Praxis oft nur einen unzureichenden Wirkungsgrad von 30 bis 40 Prozent.
In dieser anspruchsvollen Übergangsphase sind wir Lohnunternehmer mehr denn je als innovative Partner gefragt. Wir können die Landwirtschaft mit modernster Präzisionstechnik unterstützen: Durch Verfahren wie Spotspraying oder Bandspritzung lässt sich der Mitteleinsatz deutlich reduzieren und optimieren.
Gleichzeitig ist die Forschung gefordert. Die Forschungsanstalt Agroscope untersucht aktuell intensiv die Populationsdynamik der Kraut- und Knollenfäule, um Sortenwahl und Fungizideinsatz künftig noch besser aufeinander abzustimmen. Auch die Züchtung robuster Sorten, alternative Beizungsmethoden oder zukunftsweisende Technologien (wie RNA-basierte Mittel oder CRISPR-Cas, auch wenn Letzteres in der Schweiz noch nicht zugelassen ist) müssen zwingend weiter vorangetrieben werden.
Klar ist: Ohne einen verlässlichen Schutz der Kulturen steigen die Produktionsrisiken massiv an – mit der Folge, dass Lebensmittel teurer werden oder die Schweiz noch stärker auf Importe angewiesen sein wird. Als professionelle Dienstleister setzen wir uns tagtäglich dafür ein, mit Hightech-Maschinen und fachlichem Know-how die Erträge und die hohe Qualität unserer Schweizer Lebensmittel auch unter diesen erschwerten Bedingungen bestmöglich zu sichern.
Text Quelle: lid.ch
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