Die Digiflux-Debatte ist zum Sinnbild einer Politik geworden, die Kontrollfantasien wichtiger findet als funktionierende Betriebe. Während Bauern, Lohnunternehmer und KMU um jeden Franken und jede Fachkraft ringen, plant der Bund eine Datenmaschinerie, die vor allem eines produziert: Bürokratie, Haftungsrisiken und Kosten – aber keinen nachweisbaren Zusatznutzen für Versorgungssicherheit oder Umwelt.

Die Landwirtschaft hat geliefert: Nährstoffüberschüsse sinken, Risiken durch Pflanzenschutzmittel gehen zurück, einzelne Branchen haben die Absenkpfad‑Ziele für 2030 bereits erreicht – alles ohne Digiflux. Trotzdem soll nun jede Kraftfutter‑, Dünger‑ und Pflanzenschutzmittellieferung digital gemeldet, jede Bewegung nachverfolgt werden. Was als Monitoringauftrag begonnen hat, ist zum Kontrollapparat mutiert, der tief in betriebliche Abläufe, Kundenbeziehungen und Geschäftsgeheimnisse eingreift.
Besonders brisant: Die Eidgenössische Finanzkontrolle rügt Projektplanung, Nutzen und Datentransparenz – niemand kann schlüssig erklären, wofür die sensiblen Firmen‑ und Kundendaten dereinst genutzt werden. Trotzdem sollen KMU teure IT‑Systeme bauen, Schnittstellen pflegen und im Streitfall auch noch haften. Regionale Betriebe geraten ins Hintertreffen – ein Wettbewerbsnachteil, der die inländische Produktion schwächt und die Importabhängigkeit verstärkt. Das Parlament steht nun vor einer einfachen Wahl: Entweder es korrigiert Digiflux auf ein vernünftiges, fokussiertes Monitoringinstrument zurück – wie es Standesinitiative Bern und Pa.Iv. Stark verlangen –, oder es zementiert ein bürokratisches Monster, das Steuergelder frisst und Vertrauen zerstört. Wer es ernst meint mit Versorgungssicherheit, KMU‑Standort und einer glaubwürdigen Umweltpolitik, muss jetzt auf Rot schalten und den Reset‑Knopf drücken.
"Digiflux: Auf Rot schalten und den Reset-Knopf drücken"
Kirsten Müller, Geschäftsführerin Verband Lohnunternehmer Schweiz
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