Das Frühjahr brachte Rekordtemperaturen und extreme Trockenheit in der Schweiz. Nach einem vielversprechenden Start der Zuckerrübensaat setzten Hitze und ein massiver Schädlingsdruck den Beständen stark zu. Die Ergebnisse der ersten Proberodung zeigen als deutliche Folge nun unterdurchschnittliche Erträge bei konzentriertem Zuckergehalt.

Das Frühjahr 2026 geht als eines der wärmsten und sonnigsten seit Beginn der Messungen in die Geschichte ein. Von März bis Mai lag die Durchschnittstemperatur rund 1,6 °C über dem langjährigen Mittel. Gleichzeitig verzeichnete die Schweiz ein erhebliches Niederschlagsdefizit, wobei vielerorts nur 40 bis 60 % der üblichen Regenmengen fielen.
Trotz dieser Extreme verlief der Start in die Zuckerrübensaison zunächst sehr positiv. Die Aussaat begann bereits Anfang März. Begünstigt durch gut abgetrocknete Böden mit einer idealen Struktur liefen die Bestände gleichmässig auf. Ende Mai präsentierte sich der Grossteil der Parzellen in einem hervorragenden Zustand. Mit durchschnittlich über 95'000 Pflanzen pro Hektar und einem Vegetationsvorsprung von rund zehn Tagen wurde der Reihenschluss weit vor dem längsten Tag des Jahres erreicht, das war ein vielversprechendes Signal für die Ernte.
Die darauffolgende Vegetationsperiode machte diese guten Aussichten jedoch zunichte. Anhaltender Regenmangel und zwei aufeinanderfolgende Hitzewellen bedeuteten massiven Stress für die Pflanzen. Erschwerend hinzu kam ein sehr starker Befall durch Rübenrüssler und Zikaden.
In der Praxis zeigte sich dabei ein deutlicher Unterschied: Flächen, auf denen gezielte Massnahmen gegen den Rübenrüssler ergriffen wurden, konnten den Stress signifikant besser verkraften. Auf unbehandelten Parzellen kam es hingegen vermehrt zu Sekundärfäulen. Für Lohnunternehmer und Landwirte bedeutet dies teils bittere Ausfälle, da die Bestände auf einigen dieser stark betroffenen Flächen voraussichtlich gar nicht mehr geerntet werden können.
Diese schwierigen klimatischen und phytosanitären Bedingungen spiegeln sich nun klar in den Ergebnissen der ersten Ertragserhebungen wider. In der Westschweiz liegt der durchschnittliche Ertrag der Proberodungsparzellen bei lediglich 34,2 t/ha und fällt damit deutlich hinter das Mittel der vergangenen fünf Jahre zurück. Ein vergleichbares Bild zeichnet sich in der Ostschweiz ab.
Einziger Wermutstropfen: Der Zuckergehalt der Rüben ist überdurchschnittlich hoch. Dies ist jedoch primär auf einen Konzentrationseffekt infolge der starken Trockenheit zurückzuführen. Wie sich der endgültige Ertrag der diesjährigen Kampagne entwickeln wird, hängt nun massgeblich von der Witterung in den kommenden Tagen und Wochen ab.
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